Dienstag, 14. November 2006

Teddyfüße mit aufgesetzten Ballen

Bärenfüße


Echte Bärenfüße haben wie die Füße von Menschen fünf Zehen und ausgeprägte, ledrige Fuß-Ballen. Die Gestaltung von Teddyfüßen kann auf sehr unterschiedliche Arten geschehen. Von schlichten über asymmetrisch geformte Sohlen, sculptierte Füße oder aufgesetzten Ballen ist alles denkbar.

 

 

 

 

 

 Aufgesetzte Ballen erstellen


 


Der Fuß wird ganz normal fertig gestellt. Die Sohle wird aus dem gleichen Mohair zugeschnitten wie der restliche Bär und nicht rasiert. Zehen und Ballen werden erst anschließend aufgesetzt. Für die Ballen eignen sich alle Pfotenstoffe.

Jeremy hier hat Ballen aus Minibärenstoff im Cashmere-Look.










Als erstes wird das Zehenstück auf der Sohle mit Stecknadeln an den entsprechenden Stellen fixiert. Dabei kann die Nahtzugaben schon nach innen gefaltet werden.


Als nächstes wird das Zehenteil mit Matrazenstich auf die Sohle aufgenäht. Am besten auf einer Seite mittig beginnen, dann ist das Stopfen später leichter.

Den Flor der Sohle kann man mit den Fingern unter der Naht heraushalten.
 Den Flor der Sohle kann man mit den Fingern unter der Naht heraushalten.














Beim Nähen wird eine kleine Öffnung gelassen, durch die als nächstes ein wenig Füllwatte unter den aufgesetzten Zehenteil geschoben wird. Damit bekommen die Zehen mehr Volumen.

Um die einzelnen Zehen herauszuarbeiten wird der Zehenteil nun noch skulptiert. Mit einem reißfesten Faden werden fünf Zehen abgeteilt - das Fadenende verschwindet dabei unter dem Zehenteil.
Der erste Zeh wird als "dicker Jonny" ein wenig größer abgeteilt. 
Sind die Zehen fertig, so wird der Ballen auf die gleiche Art und Weise wie die Zehen erst mit Matrazenstich aufgenäht und dann mit ein wenig Watte gefüttert.
Abschließend wird eingeklemmter Flor unter den Ballen herausgezupft.

Fertig ist der Fuß!

Färben von Mohair (Batiken) 


Jedem, der besonders von mehrfarbigen Fellen (wie bicolor oder gespritztes Mohair) fasziniert ist, ist sicher auch schon mal der Gedanke des Färbens durch den Kopf gegangen.

Was braucht man nun, um sich ein Fell in seinen Wunschfarben zu färben?
Stoff
Zum Färben eignen sich Gewebe aus Baumwolle, Leinen sowie Mischgewebe bis max. 20% Kunstfaseranteil (darunter fällt auch Mohair) mit heller Grundfärbung wie weiß oder helles gelb. Der Stoff sollte größer sein als er später benötigt wird, da er beim Färbevorgang bis zu 10% einlaufen wird.
Farbe
Ich habe gute Erfahrungen mit der Batik-Farbe von Marabu (Marabu leicht & bunt) gemacht. Die gibt es in vielen verschiedenen Farbtönen und ist in der Handhabung recht einfach. Will man beispielsweise mit mehreren Farben färben, so kann man direkt im Anschluß an das Ausspülen des ersten Färbegangs mit dem Färbevorgang einer weiteren Farbe beginnen.
Gefäß
Für das Färben sollte man ein Gefäß aus Plastik verwenden, in dem der Stoff anschließend relativ frei im Farbsud schwimmen kann. Ein kleiner Eimer oder eine Plastikschüssel sind gut geeignet. Gefäße aus Metall sollte man nicht benutzen.
Kochlöffel
... oder ähnliches. Er dient dem Umrühren und Eintunken des Stoffes in den Farbsud. Verwendet man einen Holzlöffel, sollte man dabei bedenken, dass man ihn hinterher nicht mehr zum Kochen verwenden kann.
(Synthetik-)Faden
... oder dünner Gummieschlauch, Wäscheklammern, Stein ... . Die Benutzung von Faden, Gummieschlauch oder anderem sind abhängig von der jeweiligen Batiktechnik, die man anwenden will. Der Faden wird beispielsweise bei der Abbindetechnik verwendet. Ich benutze eine 2mm Drachenschnur, da diese angenehm reißfest ist. Weitere Techniken sind beispielsweise Schlauchtechnik, Klammertechnik, Steintechnik und Knautschtechnik.
Der Ablauf des Färbens:
Vorbereiten des Stoffes

Mohair läßt sich im Prinzip genauso zum Batiken vorbereiten wie normaler Stoff. Man kann also die bekannten Batik-Techniken (von der Wachs-Technik mal abgesehen) anwenden. Natürlich sollte man dabei vorsichtiger vorgehen, damit man den Flor nicht beschädigt (versehentliches Ausreißen). Ich werde den Färbevorgang mit Hilfe der Abbindetechnik vornehmen.


Hat man den Stoff nach eigenem Geschmack abgebunden, so wird er mit lauwarmen Wasser naß gemacht. Der Stoff kann so später die Farbe besser aufnehmen.
Ansetzen des Farbsuds
Die Farbe wird nach Herstellerangaben angesetzt. Ich habe dazu die angegebene Menge kochendes Wasser in einen kleinen Plastikeimer gegeben und anschließend die Farbe und den Fixierer (bei Marabu Farbe Salz) eingerührt. Bei manchen Farben benötigt der Fixierer ein extra Bad. Zum Rühren habe ich einen alten Holzkochlöffel geopfert.
Der Färbevorgang
Der präparierte Stoff kommt nun in das Färbebad. Dort verbleibt er die angegebene Zeit. Wichtig ist, daß der Stoff im Farbsud ab und zu bewegt wird. Will man mit mehreren Farben färben, spült man den Stoff nach dem ersten Färbegang aus (bei extra Fixierband wird an dieser Stelle noch nicht fixiert!) und beginnt dann mit dem nächsten Färbegang. Zwischen den beiden Färbevorgängen kann man die Schnürung teilweise oder ganz lösen, damit die neue Farbe an die ungefärbten Stellen gelangt. Die ausgesparten Bereiche nehmen dann ausschließlich die zweite Farbe an, während der restliche Stoff ein Mischfärbung aus beiden Farben erhält. Will man von der ersten Farbe Bereiche nicht mit einer anderen Farbe überfärben, so kann man auch eine neue Schnürung vornehmen.


Ich färbe immer erst mit dem dunkleren Farbton und anschließend mit einem helleren. So bekommen die ausgesparten Bereiche die helle Färbung und der restliche Stoff behält die dunkle Farbe, da das Überfärben mit helleren Farben nicht sehr stark ausfällt. Der Phantasie sind da jedoch keine Grenzen gesetzt.
Nachbereitung
Nach dem letzten Färbegang wird der Stoff ausgespült bis das Wasser klar bleibt. Mohair sollte man immer mit lauwarmen Wasser ausspülen, da der Flor beim Spülen mit kaltem Wasser stumpf werden kann. Benutzt man eine Farbe, die ein extra Fixierbad benötigt, so ist nun das Fixieren an der Reihe. Machmal hilft auch das Spülen mit Essigwasser zum zusätzlichen Fixieren.
Der gefärbte Mohair wird beim Verarbeiten immer ein wenig abfärben. Will man dem entgegenwirken, kann man den fertig gefärbten Stoff mit einem speziellen Wollwaschmittel vorsichtig waschen.
Mohairstoff sollte man niemals wringen. Will man also das Wasser aus dem Stoff bekommen, so sollte man den Stoff lieber in die Waschmaschine geben und ihm bei geringster Schleuderleistung anschleudern.
Zum Trocknen den Sroff mit der Florrichtung aufhängen. Nie Bügeln, auch wenn der Stoff vielleicht etwas knitterig wirkt.
Bei der Verabeitung des gefärbten Stoffes muß man nun darauf achten, dass der Stoffrücken nicht mehr so fest ist wie zuvor.

So weit also zum Färben. Mir macht es viel Spaß, so daß ich nur jedem empfehlen kann, es einmal selber auszuprobieren.