Donnerstag, 19. März 2009

Brüssel - immer eine Reise wert?!

In diesem Jahr durfte ich bereits zwei Mal nach Brüssel fliegen, um dort an Treffen mit Projektpartnern teilzunehmen. An sich eine feine Sache, denn so hatte ich die Gelegenheit mir Brüssel und damit ein kleines Stück von Belgien anzusehen … dachte ich.

Beide Reisen sollten vom Bremer Flughafen starten. Von dort fliegt eine kleine Fluggesellschaft (OLT) zwei Mal am Tag mit einem Metroliner (zweimotoriges Turbopropflugzeug) direkt nach Brüssel. Die Flugzeit beträgt dabei nur 1 Stunde und 20 Minuten. Der Abflug ist dementsprechend ein Mal früh am Morgen und ein Mal gegen Feierabend – perfekt, wenn man nur einen Tag in Brüssel sein muss.

Die erste Reise endete zunächst abrupt am Bremer Flughafen, da ich dort die Information erhielt, dass mein Flug gestrichen ist, weil die in Bremen stehende Maschine kaputt sei. Ich könnte aber umgebucht werden und dann mit der Lufthansa über München fliegen. Beide Flüge – nach München und weiter nach Brüssel – dauerten genauso lange wie der direkte Flug nach Brüssel. Also wurde kurz nachgerechnet und beschlossen, dass ich dennoch genug von dem Treffen mit den Partner mitbekomme, so dass ich mich in den Flieger nach München setzte.
In München herrschte bei -5 Grad Nebel. Keine guten Bedingungen, um zu landen. Nachdem meine Maschine mich jedoch unversehrt auf dem Boden abgesetzt hatte, durfte ich gute 1,5 Stunden länger warten als vorgesehen, da die Anschlussmaschine über München kreiste und aufgrund des Nebels nicht landen durfte. An sich kein Problem, doch da ich noch nicht gefrühstückt hatte, meldete sich langsam mein Magen. Weggehen vom Gate war jedoch auch keine gute Idee, da alle 10 Minuten durchgesagt wurde, wie der aktuelle Stand war … da hätte man ja evtl. noch den Abflug verpasst. Nach 5,5 Stunden Reise (ich war um 5 Uhr morgens in Oldenburg aufgebrochen) und mit 3,5 Stunden Verspätung bin ich dann schließlich bei meinem Treffen angekommen. Mittag war leider bereits vorbei, das Treffen in fortgeschrittenem Stadium und ich irgendwie nicht bester Laune… . Die nächste Reise wird sicher besser.

Die zweite Reise nach Brüssel erfolgte am letzten Montag den 16.03.2009. Wieder ein Treffen mit Projektpartnern. Bei EU Projekten scheint sich Brüssel irgendwie besonders als Treffpunkt zu eigenen. Da Januar noch nicht lange genug her war, war mir die letzte Reise noch gut in Erinnerung. Mit der festen Überzeugung, dass dieses Mal alles klappen musste, da ich jedoch letztes Mal schon Pech hatte, stieg ich am frühen Morgen in das Taxi zum Flughafen. Der Flieger stand auch bereit und ich startete mehr oder weniger pünktlich Richtung Brüssel. Zur passenden Ankunftszeit begann der Flieger zu sinken. Eine dicke Wolkendecke war unter dem Flugzeug zu sehen, die uns auch sogleich einhüllte. Doch dann startete der Pilot wieder durch und flog eine Warteschleife. Nach einer weiteren halben Stunde und nun mit einer Dreiviertelstunde Verspätung landete der Pilot. Noch konnte ich mein Treffen pünktlich erreichen. Bevor wir aussteigen durften, erklärte uns der Pilot, dass er eben versucht hatte zu landen, dass die Maschine jedoch nur bis zu einer gewissen Tiefe mit Geräten geflogen werden kann und ab da dann per Sicht. Die Wolken hätten jedoch unter dieser kritischen Tiefe gehangen, so dass die Sicht zu schlecht war um zu landen und er beschlossen hat, wieder durchzustarten und noch mal eine Schleife zu fliegen. Nach Rücksprache mit dem Flughafen wurde ihm gesagt, dass sich das Wetter so schnell auch nicht ändern solle, daher habe er dann beschlossen auf den Flughafen in Lüttich auszuweichen … Lüttich!?!? Wo genau ist denn Lüttich? Nach kurzer Rücksprache mit dem Bodenpersonal des Lütticher Flughafens durften wir das Flugzeug verlassen und wurden in die Piloten Lounge gebracht (klingt aufregender als es ist). Dort verbrachten wir gut 1 Stunden bevor wir mit einem Taxi nach Brüssel gebracht wurden. Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit sollte der Taxifahrer mich direkt zu meinem Zielort bringen, der Rest wurde am Flughafen abgesetzt. Bei der Einfahrt zum Flughafengelände geriet der Verkehr arg ins Stoppen, als sich über einen nahgelegenen Rasen eine demonstierende Menge auf die Straße zubewegte. Als eines der letzten Autos gelangte das Taxi auf das Flughafengelände bevor die Demonstranten die Straße versperrten. Als ich mit dem Taxi Richtung Brüssel-Zentrum den Flughafen verließ, hatte sich bereits auf der Zufahrtstraße ein langer Stau gebildet. Nun denn, ein bisschen Glück musste ich ja auch haben. Pech war allerdings, dass sich der Lütticher Taxifahrer nicht in Brüssel auskannte, und mehrfach in die verkehrte Richtung fuhr. Zwei Mal wurden die Scheiben des Autos runter gelassen und über die Straße andere Autofahrer nach dem Weg gefragt - was zuweilen recht überraschend kam, da er ohne Vorankündigung die Scheibe auf der Beifahrerseite herunterließ und an mir vorbei einen neben uns stehenden Wagen anrief! Um halb zwölf (statt wie geplant um 9) war ich an meinem Ziel angekommen, nachdem mich der zu diesem Zeitpunkt dann auch recht übel gelaunter Taxifahrer ausgesetzt hatte und ich ein wenig ratlos diverse, nicht weiter markierte Häuser angesehen hatte. Ich hatte erwartet, dass sich das EARTO Gebäude durch einen Schriftzug von den anderen Häusern abhebt. Das Problem war jedoch, dass das EARTO mit Hausnummern von 36-38 angegeben war, was in diesem Fall bedeutete, dass sich 36 und 38 auf der einen und die 37 auf der anderen Straßenseite befand - jeweils mit einem unscheinbaren Eingang. Nach einem Telefonat wurde mir mitgeteilt, dass ich den kleinen silbernen Klingelknopf ohne Aufschrift drücken muss, um in das Gebäude mit der Nummer 37 zu gelangen - ach so, das hätte ich mir doch auch denken können! Nun denn, das Mittag hatte ich dieses mal zumindest nicht verpasst :o)
Die Rückreise wurde anschließend nur durch das Nicht-Auffinden des richtigen Busabfahrplatzes des Buses zum Flughafen und durch einen in tausend Lagen gehüllten muslimisch aussehenden Menschen gebremst, der in jeder seiner Schicht Taschen hatte, die er in die mindestens drei Körbe am Sicherheitsband des Flughafens leeren musste. Aber man sagt ja: Aller guten Dinge sind drei ... wer weiß, wie die nächste Reise nach Brüssel wird.