Mittwoch, 8. Mai 2013

Philips Tao Teezubereiter

Nachdem ich die Nestle Special.T wieder verkauft hatte, habe ich das Geld re-investiert und mir von Philips den Tao Teezubereiter zugelegt (Produktseite von Philips) - allerdings gebraucht! 

Zweifler könnten nun fragen, warum man so viel Geld für einen besseren Wasserkocher ausgeben sollte, denn im Grund ist der Tao nicht viel mehr als ein sehr schöner Wasserkocher in Teekannenform, der das Wasser je nach Teesorte auf unterschiedliche Temperaturen erhitzen kann und anschließend nach Ablauf der Ziehzeit mit einem Ton darauf aufmerksam macht. Ich habe mir die gleiche Frage gestellt und bin zu folgenden Ergebnis gekommen: 

Gute Wasserkocher, bei denen man die Wassertemperatur in einem für Tee sinnvollen Bereich einstellen kann, kosten ebenfalls bereits 70-100 Euro. Den Mehrpreis des Philips Tao zahlt man als Nutzer 1. für Bequemlichkeit, dass für 4. Teesorten die Temperatur vorgespeichert ist, und 2. die Möglichkeiten, die Ziehzeit automatisch mit dem rein Hängen des Teesiebes beginnen zu lassen. Die Temperatur muss bei normalen Wasserkochern meist jedes Mal von Hand eingestellt werden - das ist sicher kein besonders großer Akt, aber hier bietet der Tao durch 4 Knöpfe für vordefinierte Wassertemperaturen für Schwarz-, Grün-, Kräuter- und Rooibostee mehr Bequemlichkeit. Einfach den Knopf drücken und das Wasser wird auf die für den Tee optimale Temperatur erhitzt. Der Knopf des gewählten Tees zeigt durch Leuchten an, dass das Wasser erwärmt wird.

Erhitzen von Wasser für Grüntee - die entsprechende Leuchte ist aktiv, es ertönt ein Signalton und die Leuchte pulsiert, wenn die Temperatur erreicht wurde.
Wurde die Temperatur erreicht, so wird der Tee mit Hilfe eines mitgelieferten großen Edelstahlsiebs von Hand in die Kanne gehängt. Über einen Magnetpin am unteren Rand des Siebes erkennt die Kanne, wann das Sieb eingehängt wurde und startet automatisch die zum Tee passende Ziehzeit. Der Fortschritt der Ziehzeit wird über einen leuchtenden Lichtkranz um die Kanne angezeigt, der sich im Verlauf der Ziehzeit schließt. Ist die Ziehzeit abgelaufen so ertönt wieder ein akustisches Signal und der Lichtkranz blinkt.

Das Ende der Ziehzeit wird durch Blinken des geschlossenen Lichtkreises und ein Ton angezeigt.
Nun muss das Sieb ebenfalls von Hand aus der Kanne genommen werden. Es gibt auch Teezubereiter auf dem Markt, die ein in die Kanne integriertes Teesieb vorweisen. Der Tee wird dann direkt nach dem Einfüllen des kalten Wassers in das Sieb gegeben und eingehängt. Das Sieb wird nach erreichen der Wassertemperatur automatisch ins Wasser abgesenkt und nach der Ziehzeit auch automatisch wieder aus der Kanne gehoben. Beim Philips Tao muss man sich darum selber kümmern, und kann somit sowohl das heiße Wasser als auch das Herausnehmen des Tees vergessen. Der Nachteil der anderen Teezubereiter ist jedoch in meinen Augen, dass der Tee im Sieb schon beim Erwärmen des Wassers über dem Wasser in der Kanne hängt und dem Wasserdampf ausgesetzt ist, so dass der Ziehprozess bereits starten kann. Davon abgesehen haben viele der Zubereiter schlechte Bewertung bekommen, weil der Tee nach Plastik schmecken soll, da Gummidichtungen im Wasserbehälter vorhanden sind. Beides waren für mich Gründe, diese vollautomatisierten Teekocher nicht zu kaufen. Der Philips Tao ist im Inneren komplett aus Edelstahl und der Tee schmeckt einwandfrei.  
Neben den vier Knöpfen für die Standardteesorten gibt es noch einen weitern Knopf, über den man die Wassertemperatur (60-100 Grad) und die Ziehzeit (1-10 Minuten) frei einstellen kann. Das ist gut, wenn man man einen außergewöhnlichen Tee hat wie einen Chai, der aus Grün- und Schwarztee gemischt ist.

Auch traditionelle, japanische Tees lassen sich "formschön" mit dem modernen Wasserkocher zubereiten. So habe ich mir am Wochenende Matcha gemacht. Dazu wurde das Wasser im Kocher auf passende 80 Grad erhitzt, und die restliche Zubereitung erfolgte dann traditionell in einer Schale mit dem Bambusbeesen.

 Ich denke, dass man beim Philips Tao auch für den Formfaktor mit bezahlt - sieht doch schon netter aus, als mit einem normalen Wasserkocher.
Insgesamt  kann ich sagen, dass ich ziemlich zufrieden mit meinem Tao bin. Das Design ist schön, die Töne sind gefällig (was man vom aggressiven Piepen des Bosch Wasserkochers mit Temperaturwahl für 80 Euro nicht sagen kann) und das ganze Gerät ist gut durchdacht. Der Tee schmeckt gut, Ziehzeit und Wassertemperatur sind hervorragend abgestimmt, und alles weitere geht über den Sonderknopf. Auch die Reinigung ist kein Problem: Das Sieb kann man im Geschirrspüler reinigen und auch die Kanne ist in der Säuberung eher unproblematisch. Dennoch war mir der Originalpreis von Philips (~230 Euro!) zu teuer, und ich habe mir den Tao nur zugelegt, weil ich ein deutlich günstigeres Ausstellungsstück kaufen konnte. 

Der fertige Matcha.