Sonntag, 20. Juli 2014

Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht (ein Android User steigt auf iPad um)

Nach der Einstiegsdroge iPhone, das ich zugegebenermaßen gekauft habe, weil es derzeit das einzige Smartphone mit guter Hardware zu sein scheint, das noch in eine Hosentasche passt, habe ich mich nun der Apple Welt ein wenig mehr geöffnet und bin Besitzerin eines iPads (also offiziell erst ab nächsten Dienstag).

Ich muss gestehen, dass ich mit vielen Vorurteilen an das iPhone gegangen bin; war ich doch Jahre lang überzeugte Android Nutzerin. Doch das Gerät konnte mich relativ schnell überzeugen. Auch wenn das Bedienungskonzept anfangs gewöhnungsbedürftig war, konnte ich mich umstellen. Ich verstehe zwar nicht, warum die Einstellungen zu einer App nicht im Menü der jeweiligen App zu finden ist, sondern gesammelt im Haupteinstellungsmenü, aber wenn man es einmal weiß, geht es. Das Gerät nimmt einem viel ab und man muss als Nutzer nicht viel denken - das Ziel von Apple.

Die Tatsache, dass ich viele Daten wie meine Musik und meine Apps durch das iPhone im iTunes habe, lässt es praktisch erscheinen, auch ein iPad zu besitzen, so dass ich einfach mit iTunes alle meine Inhalte bequem auf alle meine Geräte synchronisiere.

Beim iPad stoße ich als technisch versierter Mensch an Barrieren, die ich nicht erwartet habe. Was mich beim iPhone noch nicht gestört hat, weil ich es zugegeben nicht ausprobiert habe, lässt alte Vorurteile wieder aufleben.Apple nimmt einem viel ab, wie ich eben schrieb. Das bedeutet allerdings auch, dass es einem auch alle Alternativen abnimmt und einen nicht hinter die Kulissen schauen lässt. Je weniger der Nutzer kann, desto weniger kann er auch verstellen und kaputt spielen.

Im Prinzip stimme ich dem Motto zu, aber simple Dinge, die ich mit meinem kleinen Asus Nexus 7 ohne Nachdenken erledige, funktionieren nicht mehr so einfach.  iTunes scheint kein "Kann" sondern ein "Muss" zu sein.

eBooks
Nehmen wir das überspielen von eBooks - und ich spreche nicht von illegal geladenen eBooks, sondern von wissenschaftlichen Papern oder legal aus der Uni Bibliothek im Rahmen der Lehre gespeicherten eBooks, die im stinknormalen PDF Format vorliegen.

Das vorgehen mit meinem Android Gerät:
Variante 1: Ich schließe das Tablet an den PC, es wird als Massenspeicher erkannt, ich kann per Drag and Drop mein PDF verschieben und es anschließend mit einem der vielen umsonst angebotenen Readern lesen.

Variante 2: Ich schließe das Tablet an den PC, ich starte Calibre (Programm zur Verwaltung von eBooks und deren Metadaten) und kann nach belieben eBooks synchronisieren und sie dann auf dem Tablet mit einem der vielen umsonst angebotenen Readern lesen.


Das vorgehen mit dem iPad:
Variante 1: Ich schließe das iPad an, es wird als "Massenspeicher" erkannt, sichtbar ist aber nur der Ordner mit den Fotos. Schreiben auf dem Laufwerk ist nicht möglich und auch nicht vorgesehen, daher ist ein verschieben meines PDFs nicht möglich. Also Variante 1 funktioniert schon mal nicht.

Variante 2: Ich schließe das iPad an den PC, ich starte Calibre und nichts passiert. Wo mein Android Gerät erkannt wird, da wird das iPad nicht erkannt. Variante 2 in der gewohnten Form ist also auch nicht möglich.

Eine Anleitung im Internet besagt, man möge die Marvin eReader App runter laden. Anschließend möge man Calibre auf dem Rechner starten und die Marvin App auf dem iPad. Das habe ich ausprobiert. In der App gibt es einen Button "Bücher holen". Hier kann man Calibre auswählen (was bei mir genau gar nichts bewirkt hat) oder über das Netzwerk Bücher laden. Wählt man die Option, Bücher über das Netzwerk (OPDS) zu laden und hat man in Calibre den Inhalte-Server gestartet, so wird dieser erkannt und angeboten. Hier schaffe ich es immerhin, meinen Bücherkatalog auf dem Rechner angezeigt zu bekommen. Allerdings können die PDFs nicht gelesen werden, so dass Marvin mit anbietet, sie zu laden und dann in einer anderen App zu öffnen. Naja, nicht besonders komfortabel, aber immerhin könnte ich so Bücher von meinem Rechner auf das iPad ziehen. Der Weg dahin scheint mir aber alles andere als einfach und komfortabel. Wo genau das Buch auf meinem iPad liegt, und wie ich es jemals wieder runter bekomme, weiß ich nicht. Ich hoffe, dass die App, mit der ich es zum Lesen öffne, anschließend auch in der Lage sein wird, das Dokument wieder zu löschen. Ansonsten habe ich bald ein riesen Speicherproblem!
Bücher, welche im ePUB Format vorliegen, lassen sich in der Marvin App öffnen. Allerdings wird nur genau ein einziges Buch in der Übersicht der kostenlosen Version angezeigt. Die Vollversion kostet dann 3,59€. Das ist nicht die Welt, allerdings auch nicht einzusehen, wenn ich Alternativen auf meinem Android Tablet umsonst haben kann.

Variante 3: Ich schließe das iPad an den PC, es startet automatisch iTunes, ich wähle das iPad, suche den Tab, um Bücher zu synchronisieren, wähle dann das pdf und kann es per iTunes auf das iPad synchronisieren. Anschließend kann ich das pdf mit genau einer einzigen App auf dem iPad lesen - iBooks. Acrobat ist zwar auch installiert, findet das PDF aber nicht.

Nun möchte ich aber meine lieb gewonnene Bibliothek in Calibre nicht aufgeben. Ich kann, laut Tutorial im Internet Calibre mit meinem iTunes synchronisieren und dann anschließend das iTunes wieder mit meinem iPad synchronisieren (... ist doch total einfach und intuitiv ...). Das habe ich noch nicht probiert, denn ich stehe vorher vor einem anderen Problem.

Apple möchte, dass einfach alle Inhalte über iTunes synchronisiert werden. Okay, im Prinzip in Ordnung. Ich habe aber ein privates iPad und zwei Rechner: Meinen Rechner bei der Arbeit und meinen privaten Rechner zu Hause. Mit welchem Rechner synchronisiere ich das iPad nun? Auf meinem privaten Rechner liegen meine privaten Inhalte, wie Musik und Fotos. Hier ist die Synchronisation mit dem iPad eingerichtet. Auf meinem Arbeitsrechner liegen aber meine wissenschaftlichen Bücher. Eine Synchronisation mit zwei iTunes auf zwei Rechnern ist nicht vorgesehen. Es wird schlichtweg die andere Synchronisation und damit alle Inhalte auf dem iPad gelöscht, wenn man den Rechner wechselt. Googlen bringt diverse Anleitungen zu Tage, wie man das Problem umgehen kann (z.B. hier Link), allerdings verlangen diese Anleitungen tieferes Verständnis von der Technik, als es mit jedem Android Gerät notwendig wäre.

Welche Variante ich dauerhaft wähle, weiß ich noch nicht. Entweder ich werde in die Tiefen einsteigen und mit zwei iTunes synchronisieren, oder aber ich jailbreak-e mein iPad.


Fotos und Videos
Ein noch einfacheres Beispiel sind Fotos oder Videos. Auch hier wird erwartet, dass man am besten gar nicht denkt. Die Fotostream Funktion ist automatisch auf den i-Geräten aktiv, so dass Bilder vom iPhone und iPad direkt, wenn sie aufgenommen wurden in die Cloud geladen werden - wo auch immer meine Bilder dann liegen, ich weiß es nicht. Leider merke ich es erst, als bereits Bilder in der Wolke verschwunden sind und wie von Zauberhand meine Fotos vom iPhone dann auch auf meinem iPad auftauchen. Gruselig finde ich das, da ich nicht weiß, wo genau meine Bilder sind und wie ich sie dort wieder weg bekomme. Daher schalte ich die Fotostream Funktion ab. Damit werden die Bilder allerdings nur von den beiden Geräten gelöscht, liegen aber nach wie vor in der Cloud.
Um zu wissen, ob die Bilder auch aus der Cloud entfernt wurden, muss ich wieder erst mal googlen. Ich muss den iCloud Server auf dem Windows Rechner installieren, dann kann ich einen Ordner für den Fotostream wählen und wenn ich dort die Bilder lösche,dann sind sie (angeblich) auch aus der Cloud gelöscht. Muss ich Apple wohl einfach mal glauben. Zumindest kommt auf meinen Geräten nichts mehr an.

Nun stehe ich aber vor dem Problem, dass ich Bilder von meinem Rechner auf mein iPad haben möchte, ohne dass ich sie in die iCloud schiebe, von der ich nichts weiß.

Das bekannte vorgehen mit meinem Android Gerät:
Variante 1: Ich schließe das Tablet an den PC, es wird als Massenspeicher erkannt, ich kann per Drag and Drop meine Fotos und Videos verschieben und diese anschließend auf dem Tablet mit der Standard Galerie oder einer App ansehen.

Das vorgehen mit dem iPad:
Variante 1: Ich schließe das iPad an, es wird als "Massenspeicher" erkannt, sichtbar ist aber nur der Ordner mit den Fotos. Ich kann zumindest alle Bilder, die dort liegen auf meinen Rechner schieben und sie dort archivieren. Schreiben auf dem Laufwerk ist aber, wie bereits erwähnt, nicht möglich und auch nicht vorgesehen, daher ist ein verschieben meiner Fotos in Richtung des iPads nicht möglich.

Variante 2: Ich schließe das iPad an den PC, es startet automatisch iTunes, ich wähle das iPad, suche den Tab, um Fotos und Videos zu synchronisieren und wähle dann einen Ordner aus, dessen Inhalt synchronisiert wird. In diesem Ordner kann ich dann die Bilder legen, die ich auf dem iPad haben möchte. Anschließend kann ich die Bilder und Videos auf dem iPad ansehen.

Hier stehe ich dann theoretisch wieder vor dem gleichen Problem wie mit den eBooks. Normalerweise habe ich allerdings keine Bilder auf meinem Arbeitsrechner, so dass die Synchronisation mit nur einem iTunes nicht so schwer ins Gewicht fällt.


Insgesamt: Ich liebe mein neues iPad - keine Frage. Es ist ein echt nettes Stück Hardware. Es ist leicht, es ist klein, das Display ist super, ich kann meine Musik und anderes mit iTunes hin und her synchronisieren (solange ich nur einen Rechner nutze) und habe damit Telefon wie Tablet aktuell. Aber ich möchte darauf aufmerksam machen, dass die Bequemlichkeit mit einer gravierenden Einbuße an Möglichkeiten einher geht, um nicht gar von Unmündigkeit zu sprechen. Die Freiheit, mit dem eigenen Gerät zu machen was man will (und nicht was Apple vorschreibt), wird zum Schutz vor Fehlern und zugunsten des DAUs heftigst beschnitten.

Mittwoch, 2. Juli 2014

Brautstrauß-Tutorial hat den 1. Platz gemacht!

Auch mein Brautstrauß-Tutorial hat gewonnen. Mit vier anderen ging der erste Platz im Hochzeits-Wettbewerb an mich. Ich freu mich riesig!

Zwar gingen der "Grand Prize" und die Spezialpreise für die beste Deko und die beste Einladung an andere Tutorials, aber bei 165 Einreichungen unter den besten 8 zu sein, freut mich schon sehr!

Tutorial gibt es hier.

Dienstag, 3. Juni 2014

Gewonnen: 2. Platz im Jewelry Contest!

Ich bin super zufrieden, denn mein Tutorial hat gewonnen!!!

Es wurde zwar "nur" der zweite Preis,  aber ich gewinne einen Beadaholique Beadsmith 1-Step Looper Pliers!! Den wollte ich haben, seitdem er in Amerika auf den Markt gekommen ist. Und außerdem habe ich überhaupt gewonnen!!!  Ich bin ja sowas von zufrieden :o)

2. Platz im Schmuck-Wettbewerb

Update:
Nun ist mein Preispaket gekommen:

Instructables prize pack including a Robot t-shirt und der 1-Step-Looper

Samstag, 31. Mai 2014

Finale!

Mein Japanese Cross Tutorial, das ich bei Instructables online gestellt habe (ich hatte hier berichtet), ist im Jewelry Contest als eines von 24 Finalisten gewählt worden!

Mein Tutorial bei Instructables
Eingereicht waren 258 Tutorials. Ich bin ganz aufgeregt! Und ich habe schon mal so eine kleine Pokal-Medaille an in meinem Tutorial erhalten. Ich freu mich so!

Eine Medaille gibt es schon mal: Stern für die Zulassung zum Contest und Pokal für die Auswahl als Finalist.

Samstag, 10. Mai 2014

Neues Tutorial bei Instructables

Nun habe ich bei "Instructables" auch mein Chainmaille Tutorial hochgeladen:


Hier geht es zum Tutorial.

Auch dieses Tutorial wurde auf die Startseite "gefeatured" und hat mir noch mal drei Monate Pro-Membership eingebracht. Jippie :o)

Freitag, 2. Mai 2014

Broschenstrauß - Brooch Bouquet Tutorial online

Ich habe gestern auf der Seite "Instructables" mein erstes Tutorial hochgeladen. Es ist eine Anleitung für den Broschen-Brautstrauß (ich hatte hier berichtet), den ich letzten Herbst gemacht habe:


Hier geht es zum Tutorial.

Heute morgen hatte ich eine Mail, dass die Editoren meinen Beitrag als "featured" markiert haben. Damit wurde mein Tutorial ausgezeichnet und erscheint nun eine Weile auf der Startseite der Kategorie "Living". Das hat mich sehr gefreut :o)

... und es hat mir einen Gutschein für 3 Monate PRO Mitgliedschaft bei Instructables eingebracht. Yea-iii!

Sonntag, 13. April 2014

Rainbowduino Flammen-Simulation

Mich hat am Wochenende das Technik-Fieber gepackt ... nein, stimmt nicht. Mich hat letzte Woche schon das Technik-Fieber voll gepackt und ich habe mir einen Rainbowduino und eine 8x8 RGB LED Matrix gekauft.

Die sind gestern angekommen: 

Unboxing
Nachdem heute Gartenarbeit und Hunde gehen, Grillen und alles mögliche andere erledigt war, habe ich mich um halb zehn endlich auch an meine neue Technik setzen können.

LED Matrix
Rainbowduino 3.0
Das Rainbowduino Board ist ein Arduino kompatibles Controller-Board mit einem umfangreichen LED Treiber, der sowohl eine 8x8 RGB LED Matrix als auch einen 4x4x4 RGB LED Cube ansteuern kann. Da  der Rainbowduino mit einem Arduino Boot-Loader ausgestattet ist, kann er mit der Arduino IDE programmiert werden. Im Gegensatz zu anderen LED Treiber-Boards hat der Rainbowduino einen USB zu UART Adapter zur direkten Programmierung. Kurz heißt das: Ich konnte direkt los legen! 

Also habe ich mir die Arduino IDE installiert, die Rainbowduino Bibliothek heruntergeladen und importiert und direkt mal ein Testprogramm übertragen:

Flashen des Rainbowduino 

Testprogramm, was alle ASCII Zeichen nacheinander aus gibt.

Inspiriert von der Seite Instructables, wollte ich mit der LED Matrix eine Flammen-Simulation umsetzen. Hierfür brauchte ich noch eine zweite Bibliothek, die Partikelbewegung simuliert. Nachdem auch diese Bibliothek erzeugt und importiert war, konnte ich ein Flammenbeispiel starten.

Wenn man die LED Matrix direkt ansieht, scheint das ganze nicht sehr spektakulär (vor allem nicht als unbewegtes Foto).

Flammensimulation mit Farbwechsel auf der LED Matrix
Wenn man aber eine Scheibe Milchglas mit ein bisschen Abstand über die LED Matrix legt, so sehen die Flammen wirklich gut aus:

Flammensimulation mit Farbwechsel unter einer milchigen Plexiglasscheibe
Ich bin entzückt!



Hupala - das Video steht leider auf dem Kopf! Aber ich glaube man erkennt auch so ganz gut, wie die Flammen wirken.

Samstag, 8. Februar 2014

Zantangle - ATC

Jeder kennt es: Man kritzelt so vor sich hin, weil der Geschichtsunterricht langweilig ist, weil der Gesprächspartner am anderen Ende des Telefons nicht wirklich was zu sagen hat, weil man gerade intensiv am Nachdenken ist, weil die Schreibtischablage so leer ist, weil ... . Eie auch immer es genannt wird, ob kritzeln, malen, doodlen, tanglen, mittlerweile hat sich das ganze zu einem richtigen Trend entwickelt.

Studien haben gezeigt, dass man angeblich aufmerksamer zuhören kann, wenn man nebenher vor sich hin kritzelt. Das haben auch Maria Thomas und Rick Roberts (USA) entdeckt. Sie malt, er ist für die Meditation zuständig. Zusammen haben sie Zen-Tangle (Zentangle) "entwickelt". Hierbei wird das chaotische Gekritzel in verschiedene Kritzelmuster gegossen, die dann in einem 11-Schritte-Ablauf in Bildern auf kleinen Kärtchen (~9x9cm) umgesetzt werden. Es wird langsam ein Strich nach dem anderen gezeichnet, ohne vorher das finale Werk zu planen. Die Bilder sind so klein, dass man sie gut in einer halben Stunde fertig stellen und damit als Entspannungsübung in den Alltag integrieren kann. Der Ablauf ist grob: Atmen, das Werkzeug und Papier ansehen, loslegen, ..., und hinterher noch mal sein Werk ansehen. 

Also ein perfektes Intermezzo, um man die Finger von den Chainmaille-Ringen und dem Draht zu entspannen.

Nachdem ich die ersten 14 Muster ausprobiert habe, habe ich mich an die erste ATC (Artist Trading Card, 8.9 x 6.4 cm) gewagt. Hier die Karte, die ich heute zur Entspannung gemacht habe und fein behalten werde.

ATC mit ISOCHOR, PRINTEMPS, SHATTUCK, FESTUNE und FESCU