Montag, 16. Februar 2015

Mailand im Februar heißt Regen und Schnee!

Wir mussten mal raus, daher flogen zu einem langen Valentinswochenende nach Mailand. Das Wetter war mit 7 Grad und 90% Regenwahrscheinlichkeit als nicht allzu gut angekündigt. Da zu Hause jedoch Null Grad herrschten, erschienen uns die sieben nicht so schlimm, und was kann so ein bisschen Regen denn schon aus machen ... ?!
Alpen in den Wolken
Bei der Überquerung der Alpen sah von oben auch noch alles gut aus. Nach dem Landen war es feucht-kalt, aber zumindest trocken von oben, so dass wir den Weg ins Hotel und vom Hotel zu einem kleinen Restaurant nebenan trocken geschafft haben.

CATERINA, Cucina e Farina
Gegessen haben wir im kleinen Restaurant CATERINA, in dem wir zwar einen englische Karte erhalten habe, die Bedienung sich allerdings geweigert hat, Englisch zu sprechen. Sie erzählte uns (glauben wir zumindest ;o) ), dass sie nun mal so sei, plapperte weiter freundlich auf Italienisch und lächelte so charmant, dass man sich nicht gehemmt fühlte, auch mit ein wenig Gestammel, Händen und Füßen, etwas zu bestellen. Wir hatten eine Selezione di salumi doc con gnocco fritto (Salami selection with ‘gnocco fritto’) und Risotto trevisana e seppioline aromatizzati alle erbe (Risotto with chicory and small cuttlefishes flavoured with herbs) als Vorspeisen und anschließend jeder eine Pizza (PORCINI und PIZZICA). Da die Karte für 4 Gänge-Menüs ausgelegt war, haben wir angenommen, dass die Portionen entsprechend klein sind. Beide waren wir jedoch schon fast nach den Vorspeisen satt! Es war sehr, sehr lecker! Und sehr sehr nett! ... aber die Pizzen haben wir nicht aufgegessen bekommen.

Am nächsten Tag hat es wie aus Eimern geregnet. Nachdem wir beschlossen hatten, dass uns das nichts macht, sind wir raus in den Regen, um uns die Stadt anzusehen. Wir waren mit Reiseführer und Route gut vorbereitet und wussten, was wir sehen wollen.

Vom Castello Sforzesco haben wir als erstes einen Blick in den patsch-nassen Schlosspark Parco Sempione und den am Ende liegenden Arco de la Pace geworfen. Das Wetter hat uns jedoch von einem Spaziergang im Matsch abgehalten.

Parco Sempione und Arco de la Pace
Weiter ging es durch die Schlossanlage hindurch und die Via Dante entlang Richtung Dom. Auf dem Weg kamen wir an der Reiterstatue Giuseppe Garibaldis vorbei. Leider wurde der Anblick ein wenig von zwei Expo-Aufbauten getrübt.
Castello Sforzesco


Giuseppe Garibaldi und  Turm des Castello Sforzesco plus weiße Expo-Zelte.
Alle zwei Meter trafen wir auf einen Schirmverkäufer, der uns für viele Euros einen Schirm verkaufen wollte. Auf halber Strecke der Via Dante waren wir jedenfalls so nass und genervt, dass wir uns in einem Tiger Shop zwei billige Schirme gekauft haben. Zum einen war meine Jacke an den Schultern bereits durch, zum anderen wurden wir so von den wirklich aufdringlichen Verkäufern in Ruhe gelassen. Denn wer schon einen Schirm hat, dem kann man keinen mehr verkaufen. Wir waren auch froh, dass wir zwei Schirme genommen hatten, denn Paare mit nur einem Schirm, wurden dennoch weiter angesprochen.

Mit nassen Füßen und eisigen Händen (7 Grad können sich mit Regen sooo kalt anfühlen!) haben wir den Piazza dei Mercanti passiert und sind auf die Suche nach der Börse gegangen. Am Dom vorbei geschlängelt warfen wir einen Blick auf den erhobenen Steinfinger der Börse.


Borsa die Milano
Anschließend sind wir erstmal in die Galleria Vittorio Emanuele II., da es dort zumindest von oben nicht mehr nass nach gekommen ist. Da mir aber inzwischen so kalt war, haben wir als nächstes das Kaufhaus Rinascente mit den acht Stockwerken zum Auftauen und Trocknen genutzt. Für einen Handtaschen-Fan ein Mekka! Ich habe meine erste Tod's (Flower Bag, Medium, aber in einem blau) in den Händen gehalten, sie dann aber brav wieder weggelegt (schnüff).

Galleria Vittorio Emanuele II.
Nachdem wir einigermaßen getrocknet waren, gingen wir zurück an der Galleria Vittorio Emanuele II. vorbei, haben bei Luini ein fried Panzerotti gegessen (jaaaaaa, das mochten wir!) und dann das Teatro della Scala angesehen. Leider hat die Scala am Samstag immer geschlossen. Von dem Piazza della Scala aus sind wir ein Stück ins Brera Viertel gegangen bevor wir wieder Richtung Dom umgekehrt sind.

Pinakothek Brera
Als letztes haben wir uns den Dom von Innen angesehen. Allerdings kostete es hier etwas, Fotos zu machen, so dass wir ohne Foto wieder gegangen sind. Da es nach wie vor in Strömen gegossen hatte, haben wir auf einen Besuch auf dem Dom-Dach verzichtet.

Mailänder Dom
Abschließend haben wir uns noch ein wenig mit der Menschenmasse hin und her schieben lassen, haben jeder bei der Galleria Vittorio Emanuele einen Cappuccino an der Bar im stehen getrunken (zusammen 4,30€). Beeindruckend waren nicht nur die Masse an Mensch, sondern vor allem die Masse an Schirm-Verkäufern, die je näher man dem Stadtkern kam, von Selfi-Stick- und Tuch-Verkäufern ergänzt wurden. Die Verkäufer standen zum Teil so nah beieinander (wie auf dem Foto: erst steht ein Mann mit den Schirmen, dann ein zweiter mit einem Tuch dahinter), dass wir am Ende angenommen haben, dass die alle zu einem Schirm-Selfi-Tuch-Ring gehörten. Am aufdringlichsten war ein Verkäufer, der meinem Mann mal direkt ein Armband um das Handgelenk knoten wollte und einige Meter mit uns mit gelaufen ist.

Schirmverkäufer
Bevor wir zurück ins Hotel gefahren sind, haben wir uns noch einen Cappuccino im Sitzen gegönnt. Hier haben wir pro Kaffee 4,50€ zahlen dürfen. Die Qualität war gut, aber nicht besser als die des Kaffees von zuvor.

Abends sind wir ohne Reservierung wieder zu CATERINA gegangen und hatten Glück. Der Laden war zwar deutlich volle (wegen dem Valentinstag), aber wir haben noch einen Tisch für zwei bekommen können. Dieses Mal waren wir jedoch mit der Menge vorsichtiger. Nachdem uns das "gnocco fritto" so gut geschmeckt hatte, haben wir das als Vorspeise geteilt. Anschließend gab es für den Mann eine Calzone Napoli (in der keine Tomate ist) und für mich Purè di fave con verdura di stagione e seppioline saltate (Puree of fava beans with seasonal vegetables and sauteed cuttlefish). 

Damit ging unser kurzer Aufenthalt auch schon zu Ende. Nach einem gemütlichen Frühstück am nächsten Tag haben wir uns zum Flughafen ausgemacht, um dann dort 1,5 Stunden verspätet abzufliegen. Hier hatte es geschneit, und die Maschinen mussten erstmal enteist werden.

Fahrt zum Flughafen Malpense

Es war sehr schön und interessant, aber ich hatte mir Mailand/ Italien auch im Winter wärmer vorgestellt :o)

Außerdem muss man hinzufügen, dass die Teile von Mailand, die nicht auf den Fotos gelandet sind und außerhalb der angepriesenen Sehenswürdigkeiten liegen, wirklich dreckig und zum Teil runtergekommen sind.